Wäre in diesem Jahr nicht Wim Wenders erster Film in 3D, der Dokumentarstreifen als Hommage an Pina Bausch der Auftakt des Festivals, würde es wohl wie die bisherigen nur in Fachkreisen bekannt, behandelt und diskutiert werden. Dem ist nun aber nicht so, wohl auch weil das Goethe Institut Budapest zur Realisierung beigetragen hat. Schauplätze des Festivals sind die Lichtspielhäuser Corvin und Kino sowie das Goethe Institut, wo die Gespräche am Rande über die Bühne gehen.
Dementsprechend wurde auch das Programm zusammengestellt, für Filmemacher und Tänzer, also die Fachwelt, bzw. das tanzliebende Laienpublikum.
„Pina – Tanzt, sonst sind wir verloren”, basierend auf der langjährigen Freundschaft von Wim Wenders mit Pina Bausch, der ’Erfinderin’ des mondernen Tanzes, des Tanztheaters, sollte ein Gemeinschaftswerk werden. Als Pina Bausch im Juni 2009 plötzlich starb, beschloss der Filmemacher den Film, weil nicht mehr mit ihr, so für sie zu drehen, keine Chronologie der Tanzkarriere, sondern ein Werk gegen die Vergänglichkeit des Tanzes, eine Hommage.
Der Film, der dem internationalen Publikum bekannt, der Mehrheit des ungarischen wohl ungesehen bleiben wird (die drei im Festival geplanten Aufführungen sind ausverkauft, einen ungarischen Vertreiber gibt es bis dato nicht), konzentriert sich auf die drei, für Wenders ausschlaggebende Choreographien von Pina Bausch, die frühe, noch traditionelle von Le sacre du printemps, Café Müller und Vollmond. Seit der Uraufführung auf der Berlinale im Februar dieses Jahres wurde er mit dem Deutschen Filmpreis und dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet und ist nun der deutsche Anwärter auf den Oscar.
Da Pina Bausch dem ungarischen Publikum bestens bekannt ist (drei Gastspiele mit ihrem Tanztheater in Ungarn, die Choreographie Wiesenland/Zöld föld 1999), wird das Festival mit besonderem Interesse erwartet.
Auf dem Festivalprogramm stehen u.a. eine Auswahl portugiesischer Tanzfilme, Best of….der ungarischen Tanzfilme der vergangenen zehn Jahre, Gil Romon & Maurice Béjart Ballet, Lausanne: Of Heart and Courage, Bill T. Jones: A Good Man, neue ungarische Tanzfilme und zahlreiche Gespräche.

