Das «Lamm Gottes » (Wertstufe CHF 1.40) ist über dem Zelebrationsaltar der Kathedrale zu finden, während sich «Pelikan» (Wertstufe CHF 1.00), «Adler» (Wertstufe CHF 1.90) und «Löwe» (Wertstufe CHF 2.00) im Kirchenschiff befinden. Jeweils zwei Motive sind zu je acht Marken auf einem Bogen mit Zwischensteg zusammengefasst.


Der Bau der Pfarrkirche Vaduz wurde 1868 beschlossen, nachdem die kleine Kapelle St. Florin den Ansprüchen der Kuratie Vaduz nicht mehr genügte. Nach den Plänen des Wiener Dombaumeisters Friedrich von Schmidt erfolgte 1869 die Grundsteinlegung. Die klar gegliederte Kirche im neugotischen Stil ist eine Hallenanlage mit drei gleich hoch wirkenden Schiffen. Der fünfseitig geschlossene Chorraum liegt unter einem Sterngewölbe, das Mittelschiff bis über die Empore ebenfalls, die Seitenschiffe unter einem Kreuzgewölbe. Die Schlusssteine des Gewölbes in Chor und Schiff, wie auf den neuen Sondermarken abgebildet, sind mit polychrom gefassten Symbolen Christi verziert.

Ermöglicht wurde die gesamte Realisierung der Vaduzer Pfarrkirche durch grosszügige Beiträge des damaligen Fürsten Johann II. (1840–1929), auch Fürst Johann der Gute genannt. Ihm lag auch viel daran, eine hochwertige Orgel eingebaut zu wissen. Das nach Plänen des Liechtensteiner Komponisten Josef Gabriel Rheinberger gebaute Instrument war zur Weihe der Kirche im Oktober 1873 noch nicht fertiggestellt und traf mit viermonatiger Verspätung in Vaduz ein. Die Steinmeyer- Orgel stellte zu dieser Zeit im Rheintal ein aussergewöhnliches Instrument von imposanten Ausmassen dar.
Zur Kathedrale erhoben wurde die Pfarrkirche St. Florin mit der Erklärung Liechtensteins zur Erzdiözese im Dezember 1997.
Magerwiesenblumen • Die Reihe der beliebten selbstklebenden Dauermarken wird mit drei Magerwiesenblumen fortgesetzt.


Das Abbisskraut (Wertstufe CHF 0.85), lat. Succisa pratensis, erhielt seinen deutschen Namen wegen seines Stängels, der ein wenig so aussieht, als wäre er abgebissen worden. Einer Sage nach soll der Teufel dies getan haben. Im deutschen Sprachraum ist das Abbisskraut deshalb auch als Teufelsabbiss bekannt. Die Pflanze entwickelt zwischen Juli und September violette bis blaue Blüten, welche zusammengefasst in einem halbkugelförmigen Körbchen zusammenstehen. Man trifft das Abbisskraut besonders auf Moor-Magerwiesen an. Dabei bevorzugt es wechselfeuchte, basenreiche und humose Böden.
Zur Familie der Doldenblütler gehört die Grosse Sternendolde (Wertstufe CHF 1.00), lat. Astrantia major. Die ausdauernde krautige Pflanze mit aufrechtem, wenig verzweigtem Stängel erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentimetern. Der hohe kahle Stängel ist nur wenig beblättert. Am Ende verzweigt er sich und trägt je eine Dolde. Die weisslichen Blüten sind sehr klein und stehen zahlreich in einer dichten, köpfchenartigen, einfachen Dolde zusammen. Die Pflanze ist häufig in den Alpen bis zu einer Höhe von 2000 Metern über Meer anzutreffen. Als Standort bevorzugt sie feuchte, kalkhaltige Lehmböden, Bergwiesen, Bergwälder und Hochstaudenflure. Margeriten sind beliebte Zierpflanzen. Sie werden als Garten- oder Kübelpflanzen und als Schnittblumen verwendet.
Die Gemeine Margerite (Wertstufe CHF 1.30), lat. Leucanthemum vulgare, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht. Ihr kantiger Stängel ist aufrecht und meist unverzweigt. Die körbchenförmigen Blüten der Margerite haben einen Durchmesser von vier bis sechs Zentimetern und verbreiten besonders beim Verwelken einen unangenehmen Geruch. Die Art wächst überwiegend auf stickstoffarmen, sonnigen bis halbschattigen, frischen bis halbtrockenen Wiesen und Weiden.
Naturschutzgebiete in Liechtenstein • Schwabbrünnen Rege Teilnahme verzeichnete der zum Thema Naturschutzgebiete in Liechtenstein durchgeführte Fotowettbewerb. Für die Realisierung der ersten Sondermarken wurden aus den eingereichten Beiträgen zwei Motive des Liechtensteiner Fotografen Marco Nescher gewählt, ein Weiher und eine Feuchtwiese im Naturschutzgebiet Schwabbrünnen. Die zwei Panoramaansichten wurden jeweils in der Mitte geteilt, sodass daraus vier Briefmarken mit einem Wert von je CHF 1.00 entstanden sind. Die Philatelie beabsichtigt, die Serie mit eingelangten Fotografien aus anderen Gebieten fortzusetzen.

Das Naturschutzgebiet Schwabbrünnen/ Äscher ist ein aus botanischer und faunistischer Sicht bedeutsames Flachmoor mit einmaligen Lebensräumen für seltene Tierpopulationen und Pflanzengesellschaften. Weiher, Quellen, Sinterflächen, Bäche und Gräben, Waldflächen sowie die Schlammsammler erhöhen die Vielfalt an Biotopen und ökologischen Nischen. Das seit 1962 ausgewiesene Naturreservat ist ein Paradies für Dohlenkrebse, Wasserskorpione und Libellen und Heimat zahlreicher Amphibien und Reptilien sowie Graureiher, Eisvögel und Zwergtaucher. Pflanzenliebhaber finden in den Schwabbrünnen botanische Juwelen wie Sumpf-Knabenkraut, Natternzungen oder Sibirische Schwertlilien.
Naturschutzgebiete sind Gebiete und Landschaftsteile, für die ein besonderer Schutz erforderlich ist. So sollen Lebensgemeinschaften oder Lebensräume von bedrohten Tier- und Pflanzenarten erhalten werden. Zudem können natur- und kulturgeschichtliche Gründe oder die ökologische Funktion ausschlaggebend dafür sein, ein Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Nicht zuletzt sind diese Landschaftsabschnitte auch wegen ihrer Seltenheit oder herausragenden Schönheit schützenswert. Liechtenstein verfügt über zehn solcher Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 176 Hektar.
Reptilien im Fürstentum Liechtenstein • In Liechtenstein beheimatete Reptilien bilden die Fortsetzung der im vergangenen Jahr erschienenen Sondermarken mit Illustrationen von Amphibien. Die Zauneidechse (Wertstufe CHF 1.80) ist mit bis zu 22 Zentimetern Länge die grösste einheimische Eidechse. Zur Paarungszeit ist das Männchen an den Körperseiten und Vorderfüssen leuchtend grün gefärbt. Zauneidechsen halten sich beim Sonnenbaden gerne auf flachen Steinen, dürren Grasbüscheln oder Holzstücken auf und lassen sich dabei gut beobachten.



Die wenig scheue Art kommt vereinzelt auch im Siedlungsgebiet vor und ernährt sich von verschiedenen Insekten, Spinnen und Würmern. Die gefährdete Art lebt im Talraum sowie in Hanglagen bis ca. 950 Metern und bevorzugt strukturreiche Böschungen, Waldränder, Rüfegebiete und Rebberge.
Von den drei einheimischen Schlangenarten Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter ist die Schlingnatter (Wertstufe CHF 2.00) die am wenigsten bekannte Art. Die unauffällige, ungiftige Schlange ist kaum fingerdick und wird 50 bis 65 Zentimeter lang. Ihre Grundfarben sind Braun- und Grautöne, auf dem Rücken und an den Körperseiten befinden sich dunkelbraune Flecken oder Querbänder. Die stark gefährdete Schlange kommt in Liechtenstein vor allem in Saumbiotopen entlang des Rhein- und Bahndammes vor.
Die Bergeidechse (Wertstufe CHF 5.00) ist die kleinste und unauffälligste einheimische Eidechse. Sie wird bis 15 Zentimeter lang und bringt ihren Nachwuchs lebend zur Welt. Die scheue, gut getarnte Art wird von Menschen nur selten wahrgenommen. Als Hauptnahrung dienen Gliederfüsser. Ihr Verbreitungsschwerpunk in Liechtenstein liegt im Berggebiet zwischen 1200 und 2000 Metern, vereinzelt kommt sie auch in Riedgebieten des Talraumes vor, wo sie potenziell gefährdet ist.
Die Reptilienfauna Liechtensteins umfasst sieben Arten. Im Vergleich dazu gibt es weltweit etwa 7900 Arten, wovon lediglich151 inEuropa angesiedelt sind.


