Klammeraffe: Service-Portale vs. Online-Medien (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)„Bei der Auseinadersetzung um die Werbemärkte spielen diese Arten von Plattformen eine bedeutende Rolle, da sie viel Traffic generieren”, betont Fritz Hausjell vom Institut für Publizistik der Universität Wien gegenüber pressetext die öknomische Dimension dieses Konflikts. Die regelmäßig eingeholten statistischen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung  geben hier Aufschluss.

T-Online hat im vergangenen Februar 25 Mio. Unique User auf seine Seite gelockt und ist damit Spitzenreiter in Deutschland. Die beliebte Plattform verfügt bei den für Werbern buchbaren Kontakten über ein Gesamtvolumen von 3,7 Mrd. Impressions pro Monat. Web.de freut sich über 14,4 Mio. Unique User und 2,3 Mrd. buchbare Impressions. GMX und Bild.de liegen mit etwa zwölf Mio. Besuchern gleich auf. Auch bei den Kontakten befinden sie sich in der selben Größenordnung. Das zeigt, dass diese Portale im Kampf um Anzeigeneinnahmen eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Online-Ableger von klassischen Medien sind. Weitere bekannte Seiten dieser Art sind Yahoo! Deutschland oder MSN.

Journalistische Inhalte als „Beiwerk”

Der eigentliche Fokus der Service-Portale liegt jedoch nicht auf der medialen Berichterstattung, vielmehr sind sie Kommunikations-Dienstleister wie E-Mail- oder Breitband-Anbieter. Deren journalistischen Inhalte bezeichnet Hausjell als „Beiwerk”, das keine wirkliche Ersatzfunktion für gut gemachten Online-Journalismus darstelle, so der Experte. Trotzdem beziehen täglich Millionen ihre Nachrichten von dort. Meedia.de spricht in diesem Zusammenhang von den „heimlichen Giganten der News-Branche”.

Sorgen bereitet Hausjell, dass die junge Generation heutzutage immer seltener zwischen qualitativ hochwertigem Journalismus und dessen Gegenteil unterscheiden könne. „Große Teile der jungen Menschen verfügen de facto über keine gute Medienkompetenz”, kritisiert der Medienfachmann. Er sieht in diesem Bereich die Bildungspolitik dringend gefordert.