Es war der 24. August 1935, als der größte Goldschatz Mitteleuropas geborgen wurde. Nach Stationen in Bratislava, Prag, wo 1948 die erste Expertise erstellt und 1953 der Schatz erstmals ausgestellt wurde, gelangten Münzen und Kette 1967 ins Museum der Ostslowakei in Kosice. Nun wird dieses Museum generalüberholt und die slowakischen Museologen boten ihren Schatz dem Ungarischen Nationalmuseum in Budapest an. Es waren nicht die Ungarn, die sich um die Sammlung bemühten, was aus aktuellpolitischen Gründen erwähnt werden soll: die Zusammenarbeit in der Region funktioniert, zumindest im kulturellen, musealen Bereich.
Bis zum 20. März kann das ’Geld’ in der Kammerausstellung des Ungarischen Nationalmuseums besichtigt werden, dort, wo ansonsten ein Teil der ungarischen Kronjuwelen, der Krönungsmantel ausgestellt ist. Klein, dunkel ist der Raum, nur die güldenen Münzen leuchten. Sie – zu 84 % aus ungarischen, siebenbürgischen und niederländischen Münzanstalten, aber auch schlesischer, böhmischer, polnischer, deutscher, schwedischer, italienischer, spanischer, österreichischer und Salzburger Provenienz, dienten als Zahlungsmittel in knapp drei Jahrhunderten, von Sigismund von Luxemburg bis Leopold I. Mit der massiven Goldkette schmückte sich wohl ein hoher Würdenträger der Zipser Kammer, sie diente ihm als Ausdruck seines Wohlstandes, er könnte sie für Meriten geschenkt bekommen haben, er könnte sie aber auch nur als sichere Vermögensanlage betrachtet haben. Eingemauert wurde der Schatz Ende des 17. Jahrhunderts in den Wirren des Aufstandes von Imre Thökoly und seiner Kuruzen gegen die Habsburger. Das wervollste Stück ist die 56 g schwere Gedenkmünze mit dem Konterfei von Ferdinand I. aus dem Jahr 1541, in der Vitrine mit der Goldkette ausgestellt.
Aus Budapest könnte die Ausstellung nach Szeged wandern, der erwähnte die Kuratorin der Ausstelung Melinda Torbágyi, Leiterin der Numismatiksammlung des Nationalmuseums. Darüber muss noch verhandelt werden.
Zum Abschluss dieser Einladung ins Museum sei erlaubt, ein ’Schmankerl’ zu servieren. 2002 wurde im nordostungarischen Újfehértó ein ähnlicher Goldschatz geborgen: 261 Goldmünzen aus denselben Jahrhunderten wie das ’Geld’ aus Kosice. Sie können im Museum von Nyíregyháza bewundert werden. Auch sie verdienen beworben zu werden.

