Gesundheit und Lebensweise im antiken Ägypten – Mumien im Fokus

Mit diesem Titel findet vom 27. bis zum 30. August 2019 die internationale Wissenschaftler- und Museologen-Konferenz in Budapest statt. „Ungarn ist eine Mumiengroßmacht”, hieß es auf der Pressekonferenz zum Thema, weil u.a. das Ungarische Naturwissenschaftliche Museum über die fünftgrößte Mumiensammlung – mit Ausstellung – in Europa verfügt, weil die vor 25 Jahren in der Kleinstadt Vác nördlich von Budapest über 200 besterhaltenen Mumien aus dem 18. Jahrhundert diese Sammlung erweitert haben und einige wenige Funde (zwei Schädel, zwei Bein- und ein Armknochen) im Medizinwissenschaftlichen Museum Semmelweis dazu beigetragen haben.

Mit den Ausgrabungen und Konservierungsarbeiten des Iseums im westungarischen Szombathely, dem antiken Savaria, wurde eine Konferenzserie gestartet, in die sich die gegenwärtige eingliedert und Teil des 2016 gestarteten Nephthys-Projectes ist.

Das Ungarische Natur-Wissenschaftliche Museum bietet sich als Tagungsort an, weil es nicht nur, wie eingangs gesagt, die größte Sammlung altägyptischer Mumien in Ungarn beherbergt, sondern auch weil es nicht nur Museum, sondern Forschungsstätte ist.

Mumienforschung erfolgt interdisziplinär mit Altertumsforschern, Historikern, Medizinhistorikern aus Ungarn, Deutschland, Italien, die sich jetzt, auf ihrer Tagung in Budapest mit Infektionskrankheiten – sprich TBC – im alten Ägypten befassen. Die Seuchengeschichte ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts Forschungsthema, an der Universität Szeged in den vergangenen 50 Jahren besonders intensiv, so der Anthropologe Dr. György Pálfi. Einige Fragen, die nun in Budapest beantwortet werden sollen, sind:

  • Wie trägt die Entwicklung der Technologie zum Studium der Gesundheit im antiken Ägypten bei?
  • Wie tragen neue Untersuchungen zur Kenntniserweiterung über das Leben im antiken Ägypten bei?
  • Welche Rolle spielen Ausgrabungen bei der wissenschaftlichen Untersuchung der Mumien?
  • Trägt die Mumienuntersuchung zu Schlussfolgerungen über das Leben und die Gesundheit der Menschen im alten Ägypten bei?
  • Können Verbindungen zwischen schriftlichen Quellen und menschlichen Überresten hergestellt werden?

An den drei Konferenztagen werden die Wissenschaftler, wie Hedvig Győry, die anerkannte ungarische Forscherin der altägyptischen Medizin, Albert Zink, der einfach alles über Tutanhamon und Ötzi weiß, David Minikin, der bekannte Lepra- und TBC-Forscher, Dario Piombino-Mascali, der profunde Kenner der Mumien in Palermo und viele andere mehr diese und noch mehr Fragen stellen, darüber diskutieren und Schlussfolgerungen ziehen.

Immer wieder werden Geheimnisse der Antike gelüftet, und diese sind Teil der Grundlage der menschlichen Zivilisation, so die Mitarbeiterin an der Botschaft Ägyptens in Budapest. PS: Beiträge über Vác, die Stadt mit den Mumien aus dem 18. Jahrhundert, finden Sie unter „Vác, die Stadt der Superlative” vom 1. Dezember 2013 und „Vác, 500 Jahre, 1000 Kunstobjekte” vom 31.Oktober 2016, wo es nicht nur um „Memento mori”, die Ausstellung im Tragor Ignác Museum geht.